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Ungarn: Investitionsmöglichkeiten

Allgemein erwartet man einen Anstieg der Investitionen um ungefähr 5%. Der öffentliche Dienst wird aller Voraussicht nach einen Stillstand erleben, wohingegen die Bauindustrie und der Handelssektor moderat wachsen werden. Der landwirtschaftliche Sektor wird bei durchschnittlichen Wetterbedingungen ein dynamisches Wachstum erzielen können. Relative Wettbewerbsvorteile der ungarischen Wirtschaft sind die Handels- und Investitionsfreiheit, die weite Verbreitung von ausländischem Eigentum, der relativ hohe Bildungsgrad der Bevölkerung und die traditionell gute wissenschaftliche Ausbildung und Forschung. Nachteilige Faktoren sind die hohen Sätze und die unvorteilhafte Struktur des Steuer- und Abgabensystems, welche beträchtliche Summen auf die erwerbstätige Bevölkerung umlegt und so ein hohes Maß an Umverteilung der Einkommen auslöst.

Die Maßnahmen der Regierung sind nicht immer vorhersehbar, da das Parlament in zwei fast gleichstarke Oppositionen geteilt ist. Momentan regiert die Ungarische Sozialistische Partei (MSZP) zusammen mit der Ungarischen Liberalen Partei (SZDSZ). Diese beiden haben zwar die stabile Mehrheit im Parlament, haben jedoch durch unpopuläre restriktive Maßnahmen und einen Skandal um den Premierminister sehr an Beliebtheit und Glaubwürdigkeit verloren. So hat die Opposition (hauptsächlich die FIDESZ – eine rechtsgerichtete, konservative Partei, die die größere Macht in der Opposition bildet) sehr gute Chancen, die nächsten Wahlen im Jahr 2010 zu gewinnen. Nichtsdestotrotz bedarf das Sozial- und Gesundheitssystem ohne Frage einer strukturellen Reform. Die Betonung dabei liegt auf dem »Wie«.

Der Zufluss an Betriebskapital ist seit 1990 traditionell hoch, in den letzten Jahren war dies ungefähr drei bis vier Milliarden Euro jährlich. Die Rentabilität der Unternehmen bleibt seit Mitte 2000 konstant über 10%. Die Produktivität der Arbeitsbevölkerung (BIP/Angestellten) ist in Ungarn außergewöhnlich hoch.

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