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Ungarn: Bildung, Personal und der Arbeitsmarkt

Die Bevölkerungsanzahl in Ungarn beträgt ca. 10.000.000 Personen, 57% der Menschen im erwerbsfähigen Alter sind angestellt (ca. 3.900.000 Personen). Dies ist deutlich niedriger als die durchschnittliche Angestelltenquote der EU. Das Vorhaben, eine Beschäftigung zu finden, ist besonders unter den »ältesten potenziellen Angestellten« (zwischen 55 und 64) niedrig, weil viele von ihnen zur Rente oder vergleichbarer Unterstützung berechtigt sind. Als Ungarn Anfang der Neunziger Jahre in den Umbruch zur Marktwirtschaft startete, war die Altersgrenze für die Pension niedrig (55/60 für Frauen/Männer), und blieb das auch bis zum Jahre 1997. Außerdem versuchten viele Menschen der Arbeitslosigkeit zu entrinnen, indem sie sich aufgrund von Arbeitsunfähigkeit frühpensionieren ließen. 

Laut neuesten Studien macht der Anteil der Menschen mit Hochschulabschluss gemessen an der gesamten Bevölkerung ungefähr 15% aus, wobei dieser Anteil generell in den größeren Städten höher ist. Ungefähr 66% der arbeitenden Bevölkerung hat eine technische, berufsbildende oder höhere Schulausbildung. Die räumliche Mobilität der arbeitenden Bevölkerung ist aufgrund von überdimensional hohen Kosten eines Umzugs im Vergleich zu den Gehältern relativ niedrig.

2008 beträgt der durchschnittliche Monatslohn 185.000 HUF (ca. 740 EUR). Der Angestellte erhält davon 116.000 HUF netto, die Arbeitgeberkosten belaufen sich auf 248.000 HUF im Monat. In den oberen Gehaltsschichten gibt es relativ große Unterschiede zwischen den Gehältern, die vom Sektor, der Unternehmensgröße und den Eigentumsverhältnissen abhängen. Große multinationale Unternehmen bezahlen höhere Gehälter, vor allem auf höheren Hierarchieebenen. Geographisch gesehen sind die Einkommen im östlichen Teil des Landes niedriger und die Arbeitslosenrate ist höher.

Die Nachfrage nach gut ausgebildeten Arbeitskräften hat in den letzten Jahren konstant zugenommen. Die Entwicklung des Bildungssystems hat grundsätzlich diese Nachfrage erfolgreich gestillt, vor allem auf den höchsten Bildungsebenen. Die Erwachsenenbildung und die Berufsausbildung liegen jedoch weit hinter dem westeuropäischen Bildungsniveau. 11% der Bevölkerung haben eine Fremdsprache auf mittlerem Level oder Maturaniveau abgeschlossen, wobei die Situation unter jungen Männern verhältnismäßig besser ist. Englisch und Deutsch sind die am häufigsten gesprochenen Fremdsprachen.

Ungarn trat dem sogenannten Bologna Prozess bei und startet seit 2006 Ausbildungsprogramme nur noch in Abstimmung mit dem Bologna System. In den Bereichen der Ingenieurwissenschaften, Medizin und Wissenschaft kann Ungarn auf eine ruhmreiche Vergangenheit zurückblicken.

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