Ukraine: Wirtschaft
Die Ukraine belegt in Bezug auf Landesgröße (603.700 km2) weltweit Rang 43 und in Bezug auf die Einwohnerzahl (46,5 Mio.) Platz 25. Laut neusten UN-Schätzungen sinkt die Bevölkerungsdichte der Ukraine jedoch aufgrund der niedrigen Geburtenrate und Auswanderung. Die Ukraine besitzt insgesamt sechs große Ballungszentren, von denen fünf mehr als eine Millionen Einwohner haben. Die Bevölkerungsdichte ist in den industrialisierten Regionen im Osten des Landes am höchsten, vor allem im Donbass Gebiet. Kiew ist mit über 2,5 Millionen Einwohnern mit Abstand das größte Ballungsgebiet.
Die bedeutenden Wirtschaftssektoren in der Ukraine sind Agrar- und Forstwirtschaft, Bergbau, Leicht- und Schwerindustrie sowie der Dienstleistungssektor. Die wichtigsten Exportmärkte sind Russland, die Türkei, Italien, Deutschland und Polen, wohingegen die größten Importpartner Russland, Deutschland, Turkmenistan, China und Polen sind. Die Ukraine exportiert vor allem Rohmaterial, Stahlprodukte, Chemieprodukte, Maschinen sowie Lebensmittel und importiert Erdöl, Maschinen, Chemikalien und Lebensmittel.
Die deutlichste positive Entwicklung in den Jahren 2006-07 war der beträchtliche Anstieg ausländischer Investitionen. Sogar wenn man berücksichtigt, dass mehr als 50% der ausländischen Direktinvestitionen der letzten zwei Jahre allein durch zwei Käufe zustande kamen – nämlich jenen des ukrainischen Stahlwerk-Riesen Kryvoryzhstal durch die Mittal Group und jenen der führenden einheimischen Bank Aval durch Raiffeisen International im größten privaten M&A Geschäft der ukrainischen Geschichte, ist das Land nun definitiv auf der Landkarte vieler ausländischer Investoren markiert. Besonderes Interesse besteht am Kauf von Banken und Versicherungsgesellschaften, Immobilien, Unternehmen der Lebensmittelverarbeitung, Metallurgie, Bergbau, Telekommunikation und Tourismus Anlagen. „Der Flaschengeist wird bald befreit“, sagen ausländische Investoren. Neben Raiffeisen International sind auch eine Reihe österreichischer Versicherungsunternehmen und europäischer Produktionsfirmen mit regionalem Hauptsitz in Wien in letzter Zeit in den ukrainischen Markt vorgedrungen. Deutschland und Österreich waren in den letzten 15 Jahren unter den zehn größten Quellen ausländischer Direktinvestitionen in die Ukraine.
Die Auswirkungen der Finanzkrise sind in der Ukraine heftig: Investoren sowie Privatpersonen ziehen ihr Geld von ukrainischen Banken. Unternehmen haben Probleme mit der Liquidität und die Finanzierung von Investitionen ist schwierig geworden. Die Kreditvergabe an Private wurde sehr eingeschränkt und auch die Bauwirtschaft leidet auch unter den Kreditrestriktionen. Dennoch ist der Konjunkturausblick 2009 für die Ukraine insgesamt positiv. Insbesondere gibt es noch viele ungenutzte natürliche Ressourcen, die dem Land zugute kommen werden.
Am 16. Mai 2008 ist die Ukraine der WTO beigetreten, was sich sicher positiv auf die Wirtschaft auswirken wird, nicht zuletzt stellt es eine gute Voraussetzung für ein Freihandelsabkommen mit der EU dar.
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