Ukraine: Bildungswesen, Personal und Arbeitsmarkt
Die Ukraine war das zweit-wichtigste F&E Zentrum für Verteidigung und Wirtschaftsingenieurwesen in der USSR und verfügt heute noch immer über das strenge und wissenschaftlich-orientierte sowjetische Bildungswesens. Es besteht Schulpflicht für alle Kinder im Alter von 6-15 Jahren. Das Land verfügt über 10 Universitäten und eine Vielzahl an spezialisierten Akademien. Die ukrainische Regierung investiert 20% ihres Budgets – also 5% des BIP – in die Bildung, dies sollte erhöht werden, da das BIP insgesamt recht gering ist.
Die Ukraine ist für ihre Human Ressourcen bekannt, die von Investoren als intelligent, hoch motiviert, gebildet und hoch qualifiziert beschrieben werden. Sie verfügen über Potenzial selbst in hochtechnologischen Branchen wie Luft- und Raumfahrt, Biologie und Nanotechnologie. Arbeit ist kostengünstig, mit Gehältern, deren Höhe ca. ein Viertel des mitteleuropäischen Niveaus beträgt. Die Arbeitslosenquote ist hoch, besonders im Westen und möglicherweise auch bald in vielen mono-industriellen Städten, wenn sie zur Restrukturierung gezwungen werden.
Trotz der guten Voraussetzungen kann es schwierig sein, Spitzenpositionen zu besetzen. Führungskräfte, die fähig sind globale Firmen zu repräsentieren, verlangen in der Regel eine hohe Vergütung und sind meist schon in guten Positionen tätig. Viele einheimische Firmen, die ausländische Investoren kaufen wollen, haben Bedarf an qualifiziertem Personal. Der Recruiting-Markt reift sehr schnell, was einen Mangel an Fachkräften mit sich bringt.
Derzeit stellen die folgenden Brachen viel versprechende Investitionsmöglichkeiten dar:
- Hotelleriemarkt: ist unterentwickelt, es besteht aber große Nachfrage. In Kiew sollen für die EURO 2012 insgesamt 47 Hotels errichtet werden, darunter zehn 5-Sterne und vierzehn 4-Sterne Hotels.
- Einzelhandel: laut der deutschen Delegation, liegt die Ukraine als Expansionsmarkt nach Indien an zweiter Stelle.
- Wachsender Markt für energieeffiziente Technologien: durch steigende Rohöl- und Erdgaspreise, die Abhängigkeit von Russland und dem ineffizientem Umgang mit Energie.
- EURO 2012: bietet vielfältige Chancen.
Der monatliche Mindestlohn beträgt derzeit UAH 605,-. Es werden 12 Monatsgehälter (wahlweise mit Bonus) pro Jahr gezahlt. Lohnsteuer beträgt pauschal 15%. Der Sozialversicherungsbeitrag (Höchstbemessungsgrundlage UAH 7.875.-) beträgt für den Arbeitgeber 37,4%. Arbeitnehmer zahlen hingegen nur 3,5%. Zusätzlich muss ein Beitrag für die Berufsunfähigkeitsversicherung zwischen 0,66 und 13,8% bezahlt werden, der auf beide Parteien aufgeteilt werden kann.
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