Tschechien: Arbeitsmarkt, Personal und Bildung
2009 waren Skoda Auto, Foxconn, Arcelor Mittal Steel, TPCA Automotive und Panasonic AVC – gemessen am Ertrag – unter Tschechiens Top 10 Unternehmen. Die Bedingungen in Tschechien beurteilten sie als höchst zufrieden stellend. Die größten Investitionen in ihren tschechischen Zweigstellen machten Unternehmen wie Hyundai Motor, Tesco, Asus und Raiffeisenbank. Alle loben Tschechiens hoch qualifizierte, und kostengünstig verfügbare Arbeitskräfte.
Junge Menschen haben die Möglichkeit, an einer von Tschechiens 27 Universitäten – einige davon staatlich, andere privat – zu studieren. Der Staat finanziert alle Kosten für die Ausbildung an staatlichen Universitäten sowie Grundschulen und weiterführenden Schulen mit 4,5% des BIP (0,6% für Universitäten). 2009 haben 17.951 Studentinnen und Studenten ein Technikstudium abgeschlossen, 41.497 machten den Abschluss in Sozial- und Wirtschaftswissenschaften und 8.126 in Naturwissenschaften.
Tschechien verfügt über eine große Anzahl an talentierten Fachkräften in den Bereichen Wissenschaft und Technik. Das Land gehört mit 8,4 Wissenschaftler/innen und Techniker/innen in der F&E pro 1.000 arbeitenden Personen zu den führenden CEE-Ländern im Bereich der wissenschaftlichen und technischen Entwicklung. Im Vergleich dazu ist dieses Verhältnis in der Slowakei 5,4, in Ungarn 5,5, in Polen 4,6 und in Rumänien 3,4. Durch die geringe Größe des Landes und die kleinen lokalen F&E-Budgets müssen sich viele tschechische Top Wissenschafts- und Technologiefachkräfte zwischen unangenehmen Standortwechseln zu Gunsten besser bezahlter Karrieremöglichkeiten im Ausland oder oft wenig herausfordernden, schlecht bezahlten heimischen Jobs entscheiden. Einige ausländische Hightech-Unternehmen haben diese Möglichkeiten schon erkannt. Weltführende IT- und Technologiefirmen wie Oracle, HP, IBM, SAP, SUN, Microsoft, Siemens und Honeywell sind in Tschechien bereits bestens etabliert und wachsen stetig.
Der Level an Fremdsprachenkenntnissen wächst ständig. 40% der tschechischen Bevölkerung beherrschen Deutsch (jedoch meist die ältere Generation) und etwa 27% sprechen Englisch oder Russisch. Ein Drittel der tschechischen Bevölkerung spricht zwei Fremdsprachen. Die Lage ist besonders gut bei Menschen unter 30: die meisten sprechen Englisch und Deutsch.
2009 lag das durchschnittliche Einkommen bei 23.598 CZK pro Monat (etwa 870 EUR), es ist in den letzen Jahren gestiegen, aber immer noch weniger als halb so hoch wie in den älteren EU Mitgliedsstaaten. Seit 1. Januar 2007 ist der Mindestlohn 8.000 CZK pro Monat. Die Lohnsteuer liegt pauschal bei 15%. Krankenversicherung und Sozialversicherungsbeitrag betragen 12,5% des Bruttoeinkommens (Arbeitnehmer/in), weiter trägt der/die Arbeitgeber/in zum Pensions-, Sozial- und Krankenversicherungssystem mit 34% bei. Das bedeutet, wenn ein/e Arbeitnehmer/in ein Bruttoeinkommen von 20.000 CZK pro Monat hat, sind die Kosten für den/die Arbeitgeber/in (einschließlich Sozialversicherung, Pensions- und Krankenversicherung) 27.000 CZK pro Monat (34% auf das Bruttoeinkommen des/der Arbeitnehmers/Arbeitnehmerin). Dies bezieht sich auf reguläre Vollzeitarbeitsverträge. Die Arbeitsverträge müssen Arbeitsinhalte, Arbeitsplatz, Eintrittsdatum, Gehaltsbedingungen, Zahltag, Arbeitsdauer, bezahlten Urlaub und Kündigungsfrist beinhalten. Die übliche Probezeit beträgt drei Monate.
Die übliche Arbeitsdauer in Tschechien beträgt acht Stunden pro Tag und 40 Stunden pro Woche. Laut Arbeitsgesetz dürfen Angestellte zwar Überstunden machen, jedoch nicht mehr als 150 Stunden pro Jahr. Bis zu einem gewissen Grad kann dies jedoch ausgeweitet werden. Arbeiter/innen, Techniker/innen und andere Produktionsangestellte, welche Schicht arbeiten, wechseln ihre Schicht um 6 Uhr, 14 Uhr und 22 Uhr. Arbeitnehmer/innen, die Gleitzeit haben, arbeiten meist von 9 bis 17 Uhr.
Es gibt 13 gesetzliche Feiertage in Tschechien. Die Arbeitnehmer/innen haben laut Arbeitsrecht vier Wochen bezahlten Urlaub pro Jahr und einige Unternehmen fügen als Vergünstigung noch eine fünfte Woche im Jahr hinzu.