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Serbien: Bildung, Personal und der Arbeitsmarkt

Als Ergebnis der laufenden Privatisierung und Firmenrestrukturierungsprozesse stieg die Zahl der Arbeitslosen im September 2007 leicht auf 808.200 Personen an. Die offizielle Arbeitslosenquote für 2007 lag bei 18,8%. Das durchschnittliche Gehalt beträgt € 338, während das monatliche Brutto-Mindestgehalt bei € 138,41 lag. Darüber hinaus haben Arbeitnehmer das Anrecht auf einen zusätzlichen Gehaltsanteil auf Basis von Überstunden, öffentlichen Feiertagen, Nachtarbeit und Schichtarbeit. Gehaltsersatzleistungen beinhalten folgende Leistungen:

  • Ersatzleistungen während Krankheit aufgrund von Berufskrankheiten oder Arbeitsunfällen – 65% des Gehalts
  • Ersatzleistungen während des Jahresurlaubs, öffentlichen Feiertagen und bezahltem Urlaub – 100% des Gehalts

Die vorgeschriebene Arbeitszeit in Serbien beträgt 40 Stunden pro Woche, wobei die Zeit über die vorgeschriebene Arbeitszeit hinaus als Überstunden gerechnet werden und bis zu vier Stunden pro Tag oder acht Stunden pro Woche betragen kann. Arbeitspausen dauern mindestes 30 oder 15 Minuten, abhängig davon, ob der/die Angestellte Vollzeit oder 4-6 Stunden am Tag arbeitet. Angestellte haben das Recht auf eine Pause zwischen zwei aufeinanderfolgenden Arbeitstagen von mindestens 12 Stunden, während die wöchentliche arbeitsfreie Zeit nicht weniger als 24 Stunden betragen darf. Der Jahresurlaub darf nach frühestens sechs Monaten Unternehmenszugehörigkeit angetreten werden und beträgt mindestens 20 Tage pro Jahr. Mutterschutz kann bis zu drei Monaten gewährt werden, beginnend vom Tag der Geburt. Nach Ablauf des Mutterschutzes dürfen Vater oder Mutter des Kindes für die Dauer von insgesamt 365 Tagen bezahlten Urlaub nehmen, einschließlich des Mutterschutzes.

Gut ausgebildete und produktive Arbeitskräfte haben sich als einer der großen Wettbewerbsvorteile Serbiens im globalen Investitionsmarkt erwiesen. Die einmalige Kombination von hoher Qualität und niedrigen Preisen wird weithin als starker Motor für die wirtschaftliche Effizienz gesehen. Anders als in den meisten Transformationsländern Zentraleuropas hat Serbien schon seit Jahrzehnten weitreichende Beziehungen zu westlicher Wirtschaft gepflegt. Eine Liste erstklassiger Firmen, die starke Beziehungen zu lokalen Partnern pflegen, wird angeführt von Siemens, Alcatel, General Motors, FIAT, IKEA und vielen anderen. Im Zuge jahrelanger Zusammenarbeit haben sich serbische Arbeitnehmer/innen spezielles Know-how angeeignet und hoch entwickelte technologische Einsatzmöglichkeiten übernommen und mit rigorosen Standards in der Qualitätskontrolle gekoppelt. Das Fachwissen der örtlichen Arbeitskräfte spiegelt sich in hoher industrieller Produktivität, welche in den letzten fünf Jahren um 11,4% gestiegen ist, 1,8% davon im Jahr 2007, wider.

Die intellektuelle Qualität des Humankapitals in Serbien basiert auf einem Bildungssystem, welches gut ausgebildete, schnell lernende, mehrsprachige, IT-gewandte Personen hervorbringt. Die technische Ausbildung ist besonders hervorzuheben – Schüler/innen in Mathematik, Physik und IT gehören zu den besten in internationalen Wettbewerben.

In den letzten Jahren stieg die Anzahl von Universitätsabsolventen um fast 14% an, mit einem Jahresdurchschnitt von 14.370 Absolventen. Ein Drittel aller Studentinnen und Studenten schließen dabei an Technischen Universitäten ab.