Rumänien: Investitionschancen
In den letzten Jahren ist das Interesse an Rumänien von meist westeuropäischen Investoren stark gestiegen. Denn das Land bietet zahlreiche Rohstoffquellen (Öl, Gas, Kohle, Holz, Mineralwasser – Rumänien liefert 30% aller europäischen Mineralwasser – und viele mehr) sowie Sektoren mit großem Entwicklungspotential. 2006 war ein Rekordjahr ausländischer Direktinvestitionen in Rumänien (laut ARIS 9,082 Milliarden Euro).
Die führenden Investoren in Rumänien sind österreichische Firmen (OMV und Erste Bank haben die zwei größten rumänischen Firmen Petrom und BCR aufgekauft), gefolgt von französischen, deutschen, U.S. amerikanischen und italienischen. Der attraktivste Sektor für Investoren war bisher die Industrie (50,6% der gesamten ausländischen Direktinvestitionen) – Produktionsanlangen für Telekommunikations- und Kfz-Zubehör, Holzverarbeitung, Verpackungen, Baustoffe, Haushaltsprodukte und Lebensmittelverarbeitung wurden errichtet, gefolgt von Dienstleistungen (26%), Gewerbebetrieben (13%), Transportwesen (6,4%), Baugewerbe (1,6%), Tourismus (1,5%) und Landwirtschaft (1%) (NTRO, 1990-2006).
Privatisierungsprozesse sind weit fortgeschritten, allerdings gibt es noch immer Firmen, die auf Privatisierung warten, wie die zwei Flughäfen von Bukarest, CEC (Rumänische Bank), die rumänische Nationalpost sowie weitere Firmen aus dem Energie- oder Produktionssektor.
Industrie- und Logistikparks wurden in den letzten Jahren errichtet und entwickelt, um die industrielle Entwicklung voranzutreiben und so bestimmte Gebiete für ausländische Investoren noch attraktiver zu gestalten. Dafür wurden gut entwickelte Städte in der Nähe von Industriebetrieben gewählt vor allem in West- und Zentralrumänien (Timisoara, Arad, Sibiu, Cluj, Brasov).
Rumänien wird immer mehr zur beliebten Destination für Firmen aus ganz Europa, welche auf Outsourcing setzen. Rumänien gilt als Talentschmiede und durch seine moderne Technologie und ausgezeichnete Infrastruktur im Kommunikationsbereich ist das Land eine europäische Topdestination für die Auslagerung von Geschäftsprozessen geworden. Zahlreiche wichtige internationale Anbieter von Outsourcing-Lösungen inkl. der Top-10 haben bereits ihre Zentren in Rumänien eröffnet.
Rumänien besticht durch seine atemberaubende Landschaft (Gebirge, Meeresküste) und durch historische Kleinode und faszinierende mittelalterliche Städte. Daher wird sich der Tourismus in diesem Land in den kommenden Jahren stark entwickeln. Die Stadt Sibiu (dt. Hermannstadt) in der transsilvanischen Region war europäische Kulturhauptstadt 2007. Sie ist ein wichtiges Zentrum der rumänischen Industrie, Wirtschaft, Kultur und des Tourismus, jedoch bewahrt sie trotzdem auch heute noch ihren mittelalterlichen Charme. Das Brukenthal Museum in Sibiu ist das älteste Museum in Rumänien und eines der ersten überhaupt in Europa. Es wurde 1817 eröffnet und beinhaltet Abteilungen für Kunst, Geschichte, Naturwissenschaft und Heimatkunst, sowie eine wertvolle Bücherei.
Der rumänische Immobilienmarkt floriert und viele ausländische Bauunternehmer sind bereits am Markt aktiv. Durch die anhaltende Landflucht gibt es vor allem in der Hauptstadt Bukarest einen beträchtlichen Bedarf an Büroflächen und Wohnungen. Dies führt zu einem kontinuierlichen Preisanstieg für Wohnungen und Grundstücke, welcher laut Experten in den nächsten Jahren weiter zunehmen wird.
Mit der steigenden Kaufkraft der Bevölkerung, erobern bedeutende internationale Einzelhändler den rumänischen Markt, oder sind gerade im Begriff dies zu tun.
Durch die strategisch wichtige geographische Position Rumäniens, in Verbindung mit den vorhandenen qualifizierten Führungskräften, haben viele ausländische Firmen bereits ihren Hauptsitz für die Balkanhalbinsel und/oder den südosteuropäischen Markt in Rumänien errichtet.
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