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Polen: Arbeitsmarkt, Personal und Bildung

Die Struktur der polnischen Gesellschaft ist zweifelsohne einer der "Schlüsselfaktoren", die Polen für ausländische Direktinvestition attraktiv machen. Laut einer Studie der hiesigen Behörde für Information und ausländische Investition sind die für die Attraktivität des Landes ausschlaggebendsten Merkmale der Gesellschaft: Jugend, Ehrgeiz, Bildung und Fertigkeiten.

Polens arbeitende Bevölkerung zählt zu den größten und jüngsten Zentraleuropas. Ca. 50% der Bevölkerung ist unter 34 Jahren alt, und 35% sind jünger als 25 Jahre. Dies bedeutet, dass ungefähr 13 Millionen junge, gut ausgebildete Menschen in naher Zukunft in den Arbeitsmarkt eintreten werden.

Das Land verfügt überdies über ein landesweites Netzwerk bestehend aus 427 Zentren für höhere Bildung. Es gibt 126 staatliche Schulen der höheren Bildung, einschließlich 17 Universitäten, 18 technischen Universitäten, sowie 301 private Hochschulen. Jedes Jahr schließen rund 211.000 Studenten Studien der Sozialwissenschaften, Wirtschaft und des Rechts ab, 43.000 im Ingenieurwesen, Fabrikationsbau und Konstruktion, 22.000 in Naturwissenschaft, Mathematik und Computerwesen. Weiters existieren 20 Informations- und Telekommunikationsschulen (ICT) mit über 2.500 Studenten pro Schule, und mehr als 150.000 Studenten in IT, Computerwissenschaften und Telekommunikation insgesamt.

Polnische Lehranstalten für Informations- und Kommunikationstechnologie (ICT) und Spezialisten sind weltweit sehr anerkannt. Einige Siege konnte Polen im Top Coder Wettbewerb bereits erzielen und erreichte weiters hohe Platzierungen im weltweiten Google Code Jam Wettbewerb (1. Platz im Jahr 2005) und im IBM Linux Schüler Wettbewerb (1. Platz im Jahr 2005). Polnische IT-Spezialisten werden bevorzugt von den größten IT Unternehmen der Welt eingestellt. Sie stellen außerdem einen signifikanten Anteil der Manager, die für Forschung und Entwicklung (F&E) in multinationalen Unternehmen wie Microsoft und Nokia zuständig sind, dar.

Die Fremdsprachenkenntnisse haben sich stark intensiviert, vor allem bei der jungen Bevölkerung. Die weit verbreitetste Fremdsprache ist Englisch, gefolgt von Deutsch und Russisch. Etwa 44% der polnischen Bevölkerung kann sich in zumindest einer Fremdsprache verständigen, ca. 33% sprechen zwei Fremdsprachen. Ein beachtlicher Anteil von 80% der Studenten spricht Englisch.

Ausländische Investoren schätzen den hohen Bildungsgrad und das Engagement polnischer Angestellter. Viele international agierende Unternehmen, die Tochterunternehmen in mehreren Ländern, einschließlich Polen, gegründet haben sind sich einig, dass die polnischen Filialen oft am erfolgreichsten sind.

Im Ernst&Young Report 2005 über Fachkundigkeit von Arbeitnehmern erlangte Polen gleich nach Deutschland, England, Frankreich und den Skandinavischen Ländern den fünften Rang. Arbeitsplatz- und Arbeitsbereichwechsel innerhalb und zwischen verschiedenen Unternehmen sind üblich, daher verfügen Facharbeiter über das technische Know-How und Fertigkeiten verschiedener Sparten und Bereiche.

Aufgrund des rapiden Wirtschaftswachstums und der steigenden Zahl ausländischer Investoren herrscht in Polen ein steigender Bedarf an qualifiziertem Produktionspersonal und Ingenieuren. Der Arbeitsmarkt stabilisiert sich zusehens, und auch das Einkommen steigt stetig. Im Jahr 2005 betrug ein durchschnittliches Monatseinkommen im Industrie- und Betriebssektor ca. EUR 592, während im Februar 2007 vergleichsweise durchschnittliche EUR 702 pro Monat bezahlt wurden.

Nach gesetzlicher Vorgabe werden in Polen 12 Monatsgehälter ausbezahlt, wobei Extrazahlungen in Form von Prämien und Kommissionen zusätzlich vereinbart werden können. Die Einkommenssteuer ist stufenweise geregelt: 19%, 30%, 40%. Der Sozialversicherungsanteil wird sowohl vom Arbeitgeber, mit einem Anteil zwischen 19,83% und 22,72%, als auch vom Arbeitnehmer selbst, mit einem Anteil von 18,71%, getragen.

Als stimulierend für den polnischen Arbeitsmarkt und die Wirtschaft wird das UEFA EURO 2012 Event prognostiziert. Der Zufluss an ausländischen Direktinvestitionen von mindestens EUR 3 Mrd pro Jahr wird voraussichtlich mehr als 370.000 Arbeitsplätze sowohl im Sport-, Unterhaltungs- & Freizeitbereich, als auch im Straßen-, Schienen- und Luftverkehr schaffen.

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