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Bulgarien: Arbeitsmarkt, Personal und Bildung

Den Bildungsgrad betreffend reiht sich Bulgarien unter die Top fünf in Europa. Die Schulpflicht geht bis zum 16. Lebensjahr, 70% der Schüler lernen Englisch. 51 Universitäten und Fachhochschulen bieten hervorragende Aus- und Weiterbildungen an, wobei 15% der Bevölkerung einen Universitätsabschluss hat.

In Bulgarien gibt es 3,5 Millionen erwerbstätige Menschen, das entspricht 53,5% der Bevölkerung. 56,8% der arbeitenden Bevölkerung ist im Dienstleistungssektor beschäftigt. Die Arbeitslosenrate ist in den vergangenen Jahren konstant gefallen und beträgt 6,6% für die ersten drei Monate im Jahr 2007. Nur 8,5% der Arbeitslosen sind Menschen mit höherer Ausbildung.

12 Monatsgehälter/Jahr sind in Bulgarien gesetzlich vorgeschrieben. Die Einkommensteuer kann 0% bis maximal 24% betragen. Die Sozialabgaben sind teils vom Arbeitgeber (22,125%) und teils vom Arbeitnehmer zu tragen (11,375%).

Hinweis: Ab Januar 2008 gilt ein veränderter Steuersatz in Bulgarien! Eine festgesetzte Pauschale von 10% Steuerrate auf das Einkommen wird in Kraft treten.

Ab nächstem Jahr erhöht sich der Mindestlohn/Monat von 180 BGN (ca. 92 EUR) auf 220 BGN (ca. 113 EUR), die satzungsmäßige Aufwendung für Freiberufler wird mindestens 25% betragen. Außerdem wird die momentane steuerbefreite Rendite von mindestens 200 BGN widerrufen werden.

Laut einer Mercer Studie werden die Gehälter 2008 in Bulgarien um 9,3% erhöht, was einer Steigerung von 4,9% über der Inflation entspricht. Somit ist Bulgarien auf einem der Top Ränge innerhalb Europas bezüglich Gehälter.

»Braindrain«, der Verlust der talentiertesten und qualifiziertesten Arbeitnehmer/innen des Landes an attraktivere Arbeitsplätze im Ausland, ist eine geläufige Herausforderung für Entwicklungsländer. In Bulgarien ergreift jedoch die Privatwirtschaft die Initiative und ist bestrebt, diesen Prozess umzukehren und qualifizierte bulgarische Emigrantinnen und Emigranten wieder nach Hause zu bringen.

Eine Studie über Humankapital vom Lissabonner Gremium – einer in Brüssel ansässigen Expertenkommission – besagt, dass Bulgarien zusammen mit Kroatien und Polen »im Vergleich zum europäischen Durchschnitt in relativer Armut stecken bleiben könnte«, und empfiehlt verstärkte Investitionen im Bereich Humankapital.

Zusätzlich zur sich verändernden Bevölkerungsstruktur – die arbeitende Bevölkerung Bulgariens wird sich voraussichtlich zwischen 2005 und 2007 um 26% verringern – und unzureichender Investitionen in die Bildung, ist kontinuierlicher »Braindrain« laut Studie einer der Hauptgründe für das Humankapitalproblem.

Ein Bericht der Weltbank im Januar dieses Jahres besagt, dass 688.000 Bulgaren oder 7,7% der Bevölkerung zwischen 1989 und 2005 ausgewandert sind. Nach dem Beitritt zur EU Anfang dieses Jahres wurde erwartet, dass die Auswanderungsrate weiter steigt, die tatsächliche Zahl ist jedoch niedriger als von Analysten prognostiziert.

Eine Studie von BSS Gallup berichtete, dass nur 46.000 Bulgaren ernsthaft überlegen, in einem anderen Land zu arbeiten. Viele von ihnen sind jedoch hoch qualifiziert, vor allem in Schlüsselsektoren wie der Informationstechnologie Branche.

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